Grundlagen für das ganze Leben eines Menschenbabys

 

Das Kälbchen kommt auf die Welt und kann gleich rumflitzen.

 

Das Menschenbaby eher nicht!

 

Andere Tierbabys, die nicht gleich rumflitzen können werden in ihrem Nest so lange gepflegt und versorgt, bis sie ihr Nest verlassen und sich selbst versorgen können.

 

Was braucht ein Menschenbaby, damit eine optimale Entwicklung ermöglicht wird?

 

Richtig, ein Nest!

 

Ein Nest gibt dem Menschenbaby alle wichtigen Grundlagen mit auf den Weg, die es braucht und das sogar für den Rest des Lebens. Wie aber soll ein Menschenbabynest aussehen? Was braucht es alles?

 

Schaut Euch mal die Nestkomponenten aus dem Artikel „Ethics in Early Life Care and Lactation Practice" von Darcia Narvaez und Laura Duckett an:

 

 

 

 

 

 

Die Autorinnen sagen, dass diese (im Bild aufgeführten) Nestkomponenten als die Basis für die normale menschliche Kindererziehung angesehen werden können und jeder einzelne Aspekt sogar nachweislich neurobiologische Bedeutung für die Gesundheit von Gehirn und Körper hat. Also ein Mangel an diesen Aspekten sogar eine Unterversorgung des Babys bedeutet.

 

Wie wunderbar, dass Ihr durch das Tragen Eures Babys bereits ganz viele Dinge anbietet, die das Baby braucht. Das Baby erfährt liebevolle Berührungen und eine konstante Nähe. Du kannst ganz schnell auf die Bedürfnisse Deines Babys eingehen, denn es ist ja so nah bei Dir. Das Baby muss nicht mal laut nach Dir rufen, denn Du erkennst bereits die ganz feinen Zeichen, die Dein Baby Dir sendet und Du kannst super schnell auf die Bedürfnisse eingehen. Dieses feinfühlige wahrnehmen, erkennen, interpretieren und schnelle reagieren ist so wunderbar für Eure Bindung.

 

Und egal ob Ihr ein Tragetuch habt oder eine Tragehilfe! Und auch egal ob Ihr nichts von beidem habt, jeder trägt sein Baby – vielleicht eben auf dem Arm - aber jeder trägt es! Meiner Meinung nach kann eine Tragehilfe oder ein Tragetuch das Ganze etwas erleichtern, aber tragen müssen alle 😊. In diesem Sinne: Tragen, was sonst?

 

Eine weitere Nestkomponente ist nach den Autorinnen das Stillen nach Bedarf. Auch beim Tragen im Tragetuch und in der Tragehilfe ist das Stillen möglich (habe ich zumindest gehört, bei mir als Mama hat das irgendwie nicht geklappt – hätte ich mal eine Trageberaterin kontaktiert :-P). Also direkt eine weitere Nestkomponente erfüllt, ist doch wunderbar. Übrigens, das Stillen nach Bedarf bis 2 - 5 Jahre. Also wenn Euch da jemand fragt, ob Ihr "immer noch" stillt: klar! Warum auch nicht? 

 

Ich sag ja immer, "es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen" (dieses Sprichwort werde ich künftig etwas umformulieren, da ich mit diesem Wort "erziehen" nicht einverstanden bin. Ich finde "begleiten" viel passender also "es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind auf seinem Weg zu begleiten"). Ja, ist was dran oder? Man kann es auch alleine schaffen, klar! Wird halt alles schon ziemlich anstrengend, so alleine! Also baut Euch ein soziales Netzwerk auf. Die Autorinnen schreiben von einem positiven sozialen Netz. Wenn Euch die grenzübertretende Nachbarin abartig auf die Nerven geht, sollte sie vielleicht nicht jeden Tag zum Kaffee vorbei kommen :-P. 

 

Entspannte Erfahrungen rund um die Geburt. Manchmal ist die Erfahrung leider nicht so, wie man sich das in seiner Vorstellung ausmalt. Ich finde es wichtig, dass Ihr unbedingt darüber sprecht! Mit Eurem Partner / Eurer Partnerin, mit Eurer Hebamme, mit einer Doula, mit einem Berater, beim Bauch- & Babyzwerg....mit wem auch immer /wo auch immer, aber sprecht!

 

 

In diesem Sinne: "What happens early often lasts a lifetime" (Sonkoff et. a., 2012)

 

 

 

 

P.s. Warum Ihr so lange nichts von mir gehört habt? Naja, ich „durfte“ einen Lernurlaub machen. Diesen oben genannten Artikel habe ich zusammen mit meiner lieben Peargroup des Early life care Studiums durchgearbeitet. Da möchte ich ein fettes Danke aussprechen, dass auch ich mit meinem rudimentären Englisch verstehen konnte, was die Autorinnen so geschrieben haben. Für Euch rausgepickt habe ich nur das Nest, da ich das so eine wunderbare Beschreibung fand.

 

P.p.s. Du wunderst Dich wie abartig lang so ein Tragetuch ist? Gerne zeige ich Dir nach dem (gefühlt nicht enden wollenden Lockdown) wie es geht, oder helfe Dir Deine Tragehilfe zu finden – gar nicht so leicht, bei diesem Angebot an Modellen und Herstellern, aber in der Trageberatung finden wir was, versprochen!

 

P.p.p.s. eigentlich müsste die Bildschrift heißen „Tragen – ich liebTE es“ denn, mein Kind ist nun ein Kind und kein Baby mehr, vom Tragen will es nichts mehr wissen (weinendes und lachendes Auge an dieser Stelle).

 

 

 

Quellen: 

  • Narvaez Darcia , Duckett Laura 2020: "Ethics in Early Life Care and Lactation Practice" Journal of Human Lactation 36
  • Bildquelle: pixabay

 

 

 

 

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